Man glaubt es kaum:

Ein Manager im Nadelstreifenanzug drückt sich beim letzten Aufruf seines Fluges noch schnell eine Pille aus dem Tablettenstreifen und schluckt sie hastig vor dem Betreten des Flugzeugs runter. Oder schauen Sie sich den Fußballprofi an, der zum wiederholten Mal den abflugbereiten Jet wieder verlässt, nur weil er Angst vor dem Fliegen hat. Flugangst ist weit verbreitet. Und es trifft jeden: Jung und Alt, Mann und Frau, Vielflieger und Gelegenheitsflieger. Rund ein Drittel der Passagiere, die in ein Flugzeug steigen, leiden unter Flugangst. Feuchte Hände, „nur“ ein komisches Gefühl, Schweißausbrüche oder gar regelrechte Panikattacken – die Palette der Symptome bei Flugangst ist riesengroß.

Dabei ist das Flugzeug heutzutage das Fortbewegungsmittel erster Wahl. Zeit ist Geld. Ein Termin jagt den nächsten. Wir kommen gar nicht mehr drum herum, uns in ein Flugzeug zu setzen. Dabei ist das Gefährlichste am Flug nur der Weg hin zum Flughafen. Flugzeuge sind die sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Sie werden am intensivsten gecheckt. Piloten unterliegen den strengsten Kontrollen und Schulungsauflagen. Sie befinden sich also beim Fliegen in den sichersten und besten Händen.

Und doch beschleicht fast jeden ein eigenartiges Gefühl. Das liegt daran, dass nämlich alles etwas anders als im wirklichen Leben ist. Man ist in enge Sitze gezwängt und hat wenig Bewegungsfreiheit. Die feste Betondecke, das Fundament unter den Füßen fehlt. Man muss sich anschnallen. Sehr viele Menschen sind auf engem Raum zusammen. Ja selbst fremden Gerüchen kann man plötzlich nicht mehr ausweichen.

Man kann keine eigenen Entscheidungen mehr treffen, sondern ist für eine gewisse Zeit wirklich fremdbestimmt, total dem Flugzeug und seiner Besatzung ausgeliefert.

Nicht alle Menschen entwickeln daraus gleich eine Flugangst. Für diejenigen aber, die ernsthafte Symptome zeigen, ist dieses eBook genau das Richtige. Wenn Sie es intensiv lesen und durcharbeiten, können Sie sogar schrittweise Ihre bestehende Flugangst damit abbauen und sogar ganz überwinden. Dieses eBook gibt ihnen dazu Schritt für Schritt Hilfen. Es nimmt Ihnen die Angst vor dem Fliegen, indem es Flugzeuge, deren Aufbau und Funktionsweise beschreibt, etwas über Wetter und Turbulenzen verdeutlicht und viele auslösende Faktoren von Flugangst analysiert.

Am Ende wird das Fliegen gar nicht mehr so monströs, grausam und geheimnisvoll sein, sondern ganz natürlich – versprochen! Nun lehnen Sie sich entspannt zurück und beginnen mit diesem eBook einen entspannten Flug durch die Welt der Jets, Lüfte und Wolken. Ready for Take off? Fasten your Seat belt, und los geht´s!

Was Sie über ein Flugzeug wissen müssen

Um sich mit dem Thema Flugangst auseinanderzusetzen, sollten Sie erst einmal etwas Grundlegendes über ein Flugzeug kennen. Wie ist ein Flugzeug aufgebaut? Wie funktioniert Fliegen? Wie sicher ist ein moderner Jet? Welche regelmäßigen Wartungen muss ein Flugzeug durchlaufen? Mit welchen Fachbegriffen müssen Sie sich beim Fliegen vertraut machen? Wie sind die Sicherheitsbestimmungen? Was passiert alles im wirklichen Notfall?

Ein Flugzeug ist so konstruiert, dass die allerwichtigste Verbindung zwischen Rumpf und Flügeln besteht.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ein Flügel kann nicht abbrechen! – Wie beruhigend! Im Flugbetrieb reißt ein Flügel also nicht ab. Da können die Turbulenzen noch so groß sein. Über diese Verbindung Rumpf-Flügel werden die auftretenden Kräfte von Luft und Masse ins Gleichgewicht gebracht. Das heißt: Diese Verbindung muss ca. das 3,9-fache des Eigengewichts des Flugzeugs aushalten können. So verlangen es die Sicherheitstests.

Zum Vergleich: Beim Aufsetzen im Landevorgang hält diese Verbindung etwa die 1,4-fache Kraft aus, beim Start die 1,2-fache Kraft, im Kurvenflug mit z.B. 60 Grad Neigung die 2-fache Kraft und im unbeschleunigten Horizontalflug die 1-fache Kraft. Nur zum Vergleich: Ihr Flugzeugsitz muss Belastungen bis zum 8-fachen und mehr seines Eigengewichts aushalten können. Sie als Passagier spüren die Belastungen, die auf Rumpf und Flügel einwirken, dadurch, dass Sie entweder in Ihren Sitz gedrückt werden (Beschleunigung, Steigung, Start, Kurvenflug) oder aus ihm herausgezogen werden (Landung, Sinkflug, Geschwindigkeitsrücknahme).

Sechs Baugruppen hat ein modernes Verkehrsflugzeug (in Klammern die englischen Ausdrücke; in der Fliegerei ist die einzige internationale Verständigung Englisch, so auch die Kommunikation zwischen Cockpit und Tower, Kapitän und Lotsen):

  • Rumpf (Fuselage)
  • Tragflächen (Wings)
  • Triebwerke (Engines)
  • Fahrwerk (Landing Gear)
  • Leitwerk ((Empenage)
  • Ausrüstung (Equipment).

Mal abgesehen von der besonderen Rumpf-Flügel-Verbindung muss die Passagierkabine (Rumpf) ganz besondere Kräfte wie Biegungen, Verdrehungen und Druck aushalten. Zum einen ist da der Innendruck, der es Passagieren auch in 10.000 Metern Höhe ermöglicht zu atmen. Zum anderen kommt aber auch der Außendruck hinzu, der durch Winde, Gewitter, Blitz, Minustemperaturen, Regen, Hagel und Turbulenzen auf den Rumpf einwirkt.

Fail Safe und Redundanz – was ist das?

Bei der Konstruktion eines Flugzeugs herrschen zwei Grundprinzipien vor: Fail-Safe-Methode und Redundanz: Fail-Safe sorgt während der gesamten Lebenszeit eines Flugzeugs dafür, dass mögliche Schäden, die trotz aller Kontrollen und Wartungen auftreten können, minimiert werden; Redundanz bestimmt, dass bei Ausfall eines Teils oder Systems ein anderes eingreift und die Aufgaben dann mit übernimmt. Beispiel: Wenn ein Triebwerk ausfällt, übernimmt das andere die Aufgaben mit. Man kann auch mit nur einem Triebwerk oder mit dreien (zweien) von vieren sicher landen. Und so wie auch Vögel einfach nur zur Erde gleiten können, ohne ihre Flügel zu schlagen, fällt auch ein Flugzeug bei Ausfall aller Triebwerke nicht wie ein Stein zu Boden, sondern kann noch kilometerweit gleiten und ohne die Kraft der Triebwerke landen.

Wartung und Check

Jedes Flugzeug wird nach jedem Flug von einem geprüften Fluggerätemechaniker am Boden gewartet. Er erteilt mit seiner Unterschrift die technische Freigabe für das Flugzeug und übernimmt dementsprechend die Verantwortung. Der Kapitän muss sich zusätzlich durch einen Rundgang ums Flugzeug (Walk Around) davon überzeugen, dass zunächst einmal rein äußerlich alles in Ordnung ist: kein Öl ausläuft, die Reifen in Ordnung sind, keine Klappen offen sind, keine Dellen bestehen, die Triebwerke in Ordnung sind und so weiter. Das geht bis hin zur Beschaffenheit der Startbahn bei Regen, Schnee und Eis, aber auch beispielsweise bis hin zur Enteisung von Tragflächen.

Zusammen mit seinem Bordingenieur oder Co-Piloten geht er vor dem Start einen umfangreichen Sicherheitscheck im Cockpit durch. Alle Funktionen werden dabei überprüft, auch und vor allem die Treibstoffmenge, die für den vorgesehenen Flug nötig ist. Aber auch die Last des Flugzeugs selbst ist exakt berechnet, damit die Besatzung weiß, mit welcher Schubkraft sie abheben muss. Die Verteilung der Fracht ist wichtig, damit der Flieger nicht Schlagseite bekommt. Sollten irgendwelche Fehlfunktionen angezeigt werden, wird der Pilot die Maschine nicht starten. Und selbst im Startvorgang können noch Unregelmäßigkeiten erkannt werden. Dann wird er den Start abbrechen, selbst wenn er schon auf der Piste steht.

Wie wirkt Wetter?

Als Vorbereitung auf den Flug hat die Cockpitbesatzung auch exakte Wetterdaten. Winde, Turbulenzen, Wolkenbeschaffenheit und zahlreiche andere Daten fließen exakt in die Berechnung der Flugstrecke ein. Auch während des Fluges bekommt die Besatzung ständig neue Daten, hat Systeme wie Radar an Bord, die Wetterdaten ständig aktualisieren. In der Regel versucht man, Stürme und Unwetter zu umfliegen, um es den Passagieren so angenehm wie möglich zu machen. Turbulenzen sind keine Luftlöcher, wie viele meinen, sondern Luftverwirbelungen, die dem Flugzeug nichts anhaben können. Sie sind unangenehm für die Passagiere. Systeme an Bord gleichen turbulente Lufteinwirkungen auf das Flugzeug aus.

Man nennt das in der Fachsprache: Die Geschwindigkeit des Flugzeugs wird auf die Turbulence Penetration Speed verringert. Damit werden die turbulenten Einwirkungen auf die Maschine so gering wie möglich gehalten. Viel problematischer ist die Situation für kleine Privatmaschinen, die solche Systeme nicht haben. Sie sind auch anfälliger für Luftlöcher und können schon mal „ein Stück“ durchsacken, was dann wirklich die Ausmaße eines Himmelfahrtskommandos annimmt.

Winde und Turbulenzen bringen ein Flugzeug nicht vom Kurs ab. Es kann immer mal passieren, dass die Crew einen vorgegebenen Kurs ändern muss. Darauf sind die Bordsysteme aber eingestellt. Auch ist es möglich, dass vorbestimmte Landeplätze wegen schlechten Wetters, Überlastung oder auch Streiks nicht angeflogen werden können. Dann sind immer Ausweichflughäfen parat.

Grundsätzlich herrscht in unterschiedlichen Regionen auch ein anderer Luftdruck, auf den sich die Flugzeuge immer einstellen müssen. Er bestimmt auch die Flughöhe.

Auch Blitze können zunächst einmal den Gästen nichts anhaben, weil auch ein Flugzeug wie ein Faraday’scher Käfig konstruiert ist und Blitze somit abprallen lässt. Aber Blitze können schon der feinen Elektronik an Bord schaden. Moderne Bordcomputer steuern weitgehend das Flugzeug, so dass es praktisch auch mit dem so genannten Autopiloten alleine fliegt und sogar selbst landen könnte. Über weite Strecken fliegt die Maschine auch nur mit Autopilot. Die Flugstrecke wird exakt berechnet. Das Flugzeug ist in ständigem Funkkontakt zu den jeweiligen Fluglotsen, die wiederum auf eigenen Radarschirmen die Maschinen verfolgen. Sie sorgen dafür, dass Flieger in der Luft nicht die gleichen Flugbahnen kreuzen und zusammenstoßen.

Flugangst

Flugzeug-TÜV ist besonders streng

Darüber hinaus schreibt der Hersteller regelmäßige Zwischen– sowie Generalüberholungen bis hin zum Triebwerkwechsel oder Reifenwechsel vor.

Ein Flugzeug ist das am meisten überprüfte Verkehrsmittel. Und alle Tests sind nach internationalen Standards geregelt. Deshalb gibt es auch Fluggesellschaften, die, wenn sie sich nicht daran halten, dann auf so genannte „Black Lists“ gesetzt werden und bestimmte Flughäfen nicht mehr anfliegen dürfen, weil sie eben ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Europa ist da besonders streng, und zahlreiche Fluggesellschaften dürfen mit ihren Maschinen europäische Airports nicht mehr anfliegen. In der Regel sind es solche Airlines, die schon in der Vergangenheit Probleme mit ihren Maschinen oder Piloten hatten.

Wenn Sie also in Europa ein Flugzeug besteigen, dann seien Sie unbesorgt: Hier dürfen nur wirklich extrem überprüfte Flieger starten und landen.

Keine Angst vor Start und Landung!

Die schwierigsten Situationen für Passagiere sind immer Start und Landung. Vor allem beim Start kommt ein Moment, in dem der Flieger gerade vom Boden abhebt. Hier haben viele das Gefühl, der Jet sackt nun nach hinten zurück wieder auf den Boden oder berührt ihn gar mit dem Heck und strauchelt. Das ist eigentlich der unangenehmste Zeitpunkt für Passagiere, in dem man sich am besten ablenken sollte. Aber keine Panik, denn das Flugzeug hat so massive Auftriebskräfte, dass alles nur vom Boden weg gedrückt werden kann. Mit der Stellung von Flügelklappen, Seiten- und Höhenruder – teils auch mit Autopilot – ist alles so exakt berechnet, dass hier nichts passieren kann.

Manchmal sitzen Passagiere in der Nähe von Flügeln und können die Aufhängung von Triebwerken beobachten.

Bei Start und Landung sowie während Turbulenzen wackeln manchmal die Triebwerke und Flügel gewaltig. Keine Angst, da bricht nichts ab. Das ist so gut vernietet und tausendfach kontrolliert. Oder wenn das Flugzeug die Wolkendecke durchstößt, hat so mancher Passagier das Gefühl: Was kommt jetzt? Ist da nicht ein anderes Flugzeug in der Nähe? Das ist alles berechnet, und Flugzeuge verfügen über ein System, das vor herannahenden Objekten warnt. In der Regel verlassen sich Kapitäne auf diese Warnzeichen mehr als auf Fluglotsen, wenn es einmal kritisch werden sollte.

Selbst der Super-Gau wird durchgespielt

Selbst vor jedem Start geht die Crew immer vom Allerschlimmsten aus und prüft danach alle Systeme: bei Druckabfall in der Kabine, bei Rauchentwicklung, Ausfall von Steuerungssystemen, Problemen mit der Luftzufuhr, selbst Triebwerksfeuer, Problemen mit der Kraftstoffzufuhr bei verstopften Filtern, ja selbst Vogelschlag und Vulkanasche werden als eventuelle Krisenfälle angenommen und durchgespielt.

Da ist wirklich alles Denkbare durchgeprüft. Flugzeuge sind selbst schon gelandet, wenn das Fahrwerk nicht mehr auszufahren ging. Das war dann halt eben eine etwas unsanfte Bauchlandung. Aber auch das geht noch.

Flugzeug

Das Notfallsystem ist perfekt

Ein umfangreiches Notfallsystem ist an Bord jedes Flugzeugs vorhanden.

Sie alle kennen das von den Sicherheitshinweisen vor jedem Flug: Sicherheitsgurte (Seat Belt), Atemmasken (Breath Masks) und Schwimmwesten (Life Jacket) – übrigens für jeden Fluggast eine.

Dazu kommen die Notausgänge samt Notrutschen. Denn ein Flugzeug muss im Notfall innerhalb von 90 Sekunden komplett geräumt sein. Das ist internationaler Sicherheitsstandard und muss in Übungen regelmäßig nachgewiesen werden.

Während Start und Landung sowie bei Turbulenzen sind die Sicherheitsgurte anzulegen. Sie verhindern, dass Sie durch die Kabine geschleudert werden und sich verletzten könnten.

Wenn der Druck in der Kabine abfällt, fallen aus der Deckenverkleidung automatisch Atemmasken, die Sie aufs Gesicht drücken und mit einem Gummiband hinterm Kopf befestigen. Danach müssen sie Kindern aufgesetzt werden. Schwimmwesten sind unter jedem Sitz und müssen im Fall der Notwasserung angelegt werden.

Mit einem Ruck an beiden Zipfelbändern pumpen sich diese automatisch auf, und man kann über Stöpsel wie bei Luftmatratzen Luft zu pusten. Sie verfügen auch über kleine Lämpchen, die automatisch anspringen.

Im Fall einer Notlandung muss man seinen Kopf nach unten auf die Knie und Arme legen, gegen die Vorderlehne pressen, die Beine nach vorne ausstrecken, Knie aneinanderstellen.

Zwar sind diese Nothinweise heutzutage im dauernden Luftverkehr schon zur Routine geworden, aber man sollte sie dennoch ernst nehmen und jedes Mal erneut sorgfältig beachten. Sie können wirklich Leben retten. Die Kabinenbesatzung hat darüber hinaus umfangreiche Hilfsmittel wie Feuerlöscher, Notarztkoffer, Signalraketen, Handfackeln, Notsender oder Megafon zur Notfalldurchsage in der Hinterhand.

Sicherheit überall

Selbst wenn während des Fluges ein Passagier einen Herzinfarkt erleiden sollte, sind spezielle Crewmitglieder auf die sofortige Erstversorgung spezialisiert. Nichts geht aber in solchen Fällen immer über einen Arzt, der gelegentlich an Bord ausgerufen wird, wenn dennoch etwas passiert.

Noch etwas zur Sicherheit von Flugzeugen, um Ihnen ganz allgemeine Ängste zu nehmen. Scheiben sind heute aus sehr beständigem Acrylharz gefertigt. Weil aber auch die mal platzen könnten, haben Flugzeuge zweifache und teils sogar dreifache Verglasung.

Und bevor ein irrer Fluggast eine Tür öffnet, müsste er schon einige Tonnen bewegen können. Das schafft kein Mensch. Also, keine Sorge. Eine Tür öffnet so leicht keiner. Besonders begehrt im Flugzeug sind immer Sitzplätze an Notausgängen, weil die eine besondere Beinfreiheit bieten. Hier werden aber immer nur besonders ausgesuchte Passagiere platziert, die weder gehbehindert sind, noch Babys und Kleinkinder bei sich haben. Denn im Notfall muss alles ganz schnell sein. Dann braucht man reaktionsschnelle Gäste, die nicht noch den Ausgang blockieren.

Schulungen bis zum Exzess

Neben den Flugzeugmechanikern unterliegt auch die Crew selbst regelmäßigen Schulungs- und Prüfungsverpflichtungen. Flugzeugmechaniker müssen immer auf dem neuesten Stand des Fluggeräts sein, das sie betreuen.

Neueste Sicherheitsrichtlinien können wichtig für regelmäßige Kontrollen sein, etwa wenn nach Unfällen Mängel entdeckt wurden, die für Maschinen gleichen Typs relevant sind.

Piloten am schärfsten überwacht

Pilot und Copilot haben neben jährlichen Gesundheitschecks ihre Flugtauglichkeit auch im fliegerischen Wissen unter Beweis zu stellen. Fallen Sie durch den medizinischen Check-up, verlieren sie ihre Fluglizenz. Die Pilotenlizenz muss ständig erneuert werden. Dazu gehören auch Tests im Flugsimulator, in denen ganz genau die Bewältigung von Krisensituationen geprobt wird. Selbst Alkoholtests müssen sie sich unterziehen. Null Toleranz heißt die Devise, keine Promille während des Flugs. Selbst das Risiko einer Lebensmittelvergiftung wird insofern minimiert, indem Copilot und Pilot nie das gleiche Essen zu sich nehmen sich dürfen.

Einschläfernde Routine im täglichen Flugbetrieb wird dadurch vermieden, dass sich Aufgaben im Cockpit ständig wechseln. Der Pilot fliegt (PF = Pilot Flying) und hat die Gesamtverantwortung für die Crew und Passagiere. Der Copilot (PNF = Pilot Non Flying) kontrolliert ihn während des gesamten Fluges und seine Handlungen. Er übernimmt den Sprechfunkverkehr und die Kontrolle der Instrumente. Er liest die Checklisten vor. Diese Verantwortlichkeiten werden vor jedem Flug unmissverständlich geklärt. Beim nächsten Flug wechseln sie. Natürlich springt im Notfall der eine für den anderen ein.

Mehrfachbelastungen standhalten

Pilot und Copilot, oder in der Fachsprache „Verkehrsflugzeugführer“ wie auch Fluglotsen müssen vor allem Englisch sehr gut beherrschen, weil das die einzige internationale Kommunikation im Luftverkehr ist. Fliegt man mit ausländischen Airlines, hat man mitunter Probleme, bei Ansagen zu verstehen, was gemeint ist. Nicht immer ist die englische Ausdrucksweise so klar. Deshalb gilt: Fragen Sie immer bei den Stewardessen oder Stewards nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Zur Not lassen Sie sich den oder die „Purser“ geben.

Das ist der Chef oder die Chefin der Kabinencrew. Sie müssen gutes Englisch sprechen können. Neben Englisch müssen Piloten auch Kenntnisse von Physik und Mathematik mitbringen sowie den Nachweis erbringen, dass sie Mehrfachbelastungen standhalten können. Sie müssen also verschiedene Dinge gleichzeitig korrekt erledigen und in hektischen Situationen den Überblick behalten. Dafür gibt es einen so genannten DLR-Test, den alle Piloten, Copiloten und Fluglotsen mittlerweile absolvieren müssen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ihn speziell für den Nachweis von Mehrfachbelastungen entwickelt. Erst wer den erfolgreich bestanden hat, darf sich an die Ausbildung zum Piloten oder Fluglotsen heranwagen.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York 2001 müssen zudem die Türen zum Cockpit verschlossen sein, damit kein Kidnapper mehr eindringen und die Maschine kapern kann. Manche Fluggesellschaften wie amerikanische oder israelische haben zudem verdeckt so genannte Sky Marshals an Bord, also ziviles Sicherheitspersonal.

Auf den Flughäfen selbst sind die Kontrollen erheblich verschärft worden, so dass Luftpiraterie nahezu ausgeschlossen ist. Neben Flüssigkeiten dürfen Taschenmesser, Teppichmesser oder Nagelscheren nicht mehr im Handgepäck mitgeführt werden. Auch Streichhölzer und Feuerzeuge sind verboten. Das Hauptgepäck wird vielfach durchleuchtet, bevor es in den Frachtraum kommt. Weder Schusswaffen, noch Munition, Spraydosen oder feuergefährliche Stoffe dürfen mitgeführt werden. Die Sicherheitsbedingungen an Bord haben sich dadurch erheblich verbessert, wenngleich diese Kontrollsituationen zeitraubend und manchmal lästig sind. Nicht jeder zeigt Verständnis, aber letztlich kommen sie der Sicherheit zugute.

Platzverweis für Passagiere?

Die Besatzung kann auch randalierenden Fluggästen die Rote Karte zeigen und sie der Maschine verweisen. Wenn jemand sich schon vor dem Flug so stark betrunken hat, dass er ein erhöhtes Sicherheitsrisiko während des gesamten Fluges für alle darstellt, wird er vorsichtshalber des Fliegers verwiesen. Selbst wenn die Besatzung feststellt, dass ein Passagier offensichtlich fluguntauglich ist, etwa wenn er schon mit Atemproblemen an Bord kommt, wird sie ihn eher vom Flug ausschließen, als das Risiko einer Notlandung einzugehen. In solchen Fällen sorgt dann natürlich die Fluggesellschaft für Unterkunft und Untersuchung bis zum nächsten Weiterflug. Man will insgesamt den Flug so reibungslos wie möglich gestalten.

Ist Angst natürlich?

Um Flugangst wirkungsvoll bekämpfen zu können, muss zunächst einmal erklärt werden, was Angst überhaupt ist und wie sie entsteht.

Woher kommt Angst?

Wir alle haben sicher schon einmal Menschen erlebt, die nah an Häuserwänden vorbei schleichen und sich ducken. Oder Menschen, die sich in Aufzügen unwohl fühlen und zittern, schnell wieder hinaus stürzen. Wir kennen Leute, die nicht gern in großen Menschenmassen stehen oder Bekannte, die nie eine U-Bahn betreten. Sie alle haben Ängste – vor Enge.

Angst ist so alt wie die Menschheit und hatte einst eine Schutzfunktion: nämlich unsere Sinne für einen Mechanismus zu schärfen, der uns vor herannahenden Gefahren beispielsweise durch Flucht schützt. Insofern kann man der Angst erstmal etwas Positives abgewinnen. Ohne Angst wären wir in ständiger Lebensgefahr. Angst hindert uns beispielsweise daran, etwas zu tun, was uns gesundheitlich schaden würde. Angst hindert uns daran, in Situationen hinein zu gehen, die wir wahrscheinlich nicht bewältigen können. Angst ist also zunächst mal natürlich und auch lebensnotwendig.

Angst als Reaktion auf Stress?

Betrachtet man Angst genauer, dann ist sie eine Reaktion auf Stress, auf positiven wie auf negativen. Unser Körper reagiert auf Stressoren oder Stressfaktoren, indem er sie entweder als positiv (Eustress) bewertet oder als negativ (Dystress). Auch bei längerem Einwirken von Eustress, also positivem Stress auf unseren Körper ist unser Organismus noch in der Lage, leistungsfähig und aufmerksam zu bleiben, ohne den Körper dabei langfristig zu schädigen. Negativer Stress, längerfristig auf unseren Körper eingewirkt, führt dagegen dazu, dass unsere Leistung sowie die Immunreaktion abnehmen. Fehlt dann auch noch eine passende Bewältigungsstrategie, dann kann langfristige Einwirkung von Dystress auf unseren Körper zu einer vollständigen Erschöpfung führen.

Wenn man das nun weiß, kann man erahnen, was in jemandem vorgeht, der ernsthaft Flugangst hat. Sie ist in diesem Fall negativer Stress im Körper des Betroffenen, und zwar anhaltender bis hin zur totalen Erschöpfung, ja sogar bis zu Panikattacken. Es gibt Menschen, die nicht mehr im Aufzug fahren können. Sie beschleicht jedes Mal eine Panikattacke, wenn Sie nur die Aufzugstür sehen.

Solche Leute lernen zum Beispiel wieder in ganz kleinen Schritten, in Begleitung mit dem Aufzug zu fahren. Sie setzen sich dazu auf ein Kissen auf den Aufzugboden und fahren mehrmals rauf und runter, erst unter Schweißausbrüchen, dann immer sicherer. Genauso gibt es Menschen, die nicht mehr alleine in den Supermarkt gehen können, weil sie plötzlich Platzangst oder Angst vor Menschen haben. Auch sie können langsam wieder an die Alltags-Belastungsgrenze herangeführt werden, indem Sie in Begleitung wieder einkaufen gehen lernen.

Stressreaktionen laufen in drei Phasen ab und sind unterschiedlich ausgeprägt mit entsprechenden Symptomen:

  1. Zunächst erfolgt eine Alarm- und Schockreaktion. In dieser Phase sinken Blutdruck und Körpertemperatur. Man merkt das im Angstzustand gut an kalten und feuchten Händen. Das Blut unterzuckert.
  1. Es folgt dann die Phase des Widerstands gegen den Stress. Unser Körper schüttet als Reaktion und Abwehrmaßnahme zum Beispiel schnell das Hormon Adrenalin aus. Folge: Glucose aus den Energiespeichern von Leber und Muskulatur wird freigesetzt. Energiereserven werden so durch den Abbau von Fett bereitgestellt. In der Widerstandsphase will unser Körper die Leistungsfähigkeit seiner Muskeln und des Gehirns steigern. Weitere Reaktionen sind, dass sich die Pupillen weiten und unser Schmerzempfinden sinkt. Mit voller Aufmerksamkeit und Energie stellen wir uns dem Stress.
  1. Dann kommt die Phase von Erschöpfung. Abwehrkräfte lassen nach. Die eben noch gut laufende Adaption an den Stressor versagt bis hin zum Zusammenbruch des Organismus.

Nicht jeder Mensch reagiert auf Stress auslösende Faktoren gleich. Der eine hat Angst vor Hunden, während ein anderer ohne Scheu auf sie zugehen kann. Menschen haben Angst vor Dunkelheit, Blitz und Donner, Höhe oder vor Schlangen, ja vor Abgründen und Tiefe. Manche Verhaltensweisen sind angeboren. So bedeutete Dunkelheit früher Gefahr, weil man Feinde wie Menschen oder Tiere nicht sah. Menschen zucken bei plötzlich auftretendem Lärm zusammen.

Wir haben dafür natürliche Abwehr- und Fluchtreflexe. Eine einzelne negative Erfahrung kann dabei schon ausreichen, um Angst auszulösen. Etwa das Kleinkind, das sich einmal an einer heißen Herdplatte die Finger verbrannt hat, wird den Herd künftig als Angst auslösendes Objekt betrachten. Das ist natürlich und schützt auch. Und es ist noch keine Phobie, also eine Angststörung.

Wie aber kommt es zu einer krankhaften Angst (Phobie), also auch zu Flugangst?

Wie kommt es zur Angststörung (Phobie)?

Phobie

Angststörungen sind psychische Störungen, so auch die Aviophobie (=Flugangst). Hierbei steht eine zunächst unspezifische Angst oder eine Angst vor Dingen oder Situationen im Fokus. Die Betroffenen fürchten sich vor etwas, das im Allgemeinen als ungefährlich gilt und vor dem andere keine Angst haben. Der Betroffene weiß das auch, dass sein Handeln irgendwie irrational und oft auch überzogen ist. Er kann das aber nicht mehr unter Kontrolle bringen. Die Angst wird bei ihm zum Selbstläufer. Leute mit Flugangst haben in der Regel folgende Disposition:

  • erhöhte Angstbereitschaft
  • psychische Labilität
  • sehr bildhafte Vorstellungsweise
  • ein so genanntes unbewusstes modellhaftes Lernen: Jemanden in einer Situation betrachten und für sich daraus lernen, wie man sich selbst in dieser Situation verhält
  • die individuelle Erwartungshaltung „Angst“, „Gefahr“, „Stress“
  • eine klassische Konditionierung, auf Angst empfänglich zu sein
  • schlechte Lernerfahrungen im Umgang mit Angst
  • bestimmte Umweltbedingungen
  • eine biologische Disposition für Angst
  • Labilität des autonomen Nervensystems, welches leicht durch verschiedenste Reize erregt wird, was wiederum Angstsymptome besonders schnell ausbildet
  • Eine anscheinend angeborene Labilität
  • genetische Faktoren, die Angst- und Panikstörungen fördern.

Aviophobie oder Flugangst

Die krankhafte Angst beziehungsweise Abneigung vor dem Fliegen nennt man Aviophobie oder Flugangst. Damit gehört sie zu der Gruppe spezifischer Phobien in einer Reihe mit Höhenangst, Angst vor Blut, geschlossenen Räumen, Spinnen oder auch vor Ansteckung. Wer davon betroffen ist, reagiert unterschiedlich mit einer entsprechenden Vermeidungsstrategie. Man kann die Situation aber auch einfach nur mit Angst oder Unbehagen ertragen. Nach der internationalen Klassifizierung der medizinischen Fachbegriffe ist es eine spezifische Phobie situativen Typs: Die Angst ist nämlich auf eine spezielle Situation, das Fliegen, beschränkt.

Wie wir schon in der Einleitung gelesen haben, kann Flugangst jeden treffen, auch nach mehreren hundert Flügen noch. Deshalb braucht man sich dafür auch nicht zu schämen und muss Flugangst nicht verheimlichen. Flugangst ist unabhängig von Ausbildung oder Beruf. Das Fatale an Flugangst ist: Ein und dieselbe Person kann auf zwei hintereinander erfolgte Flüge unterschiedlich reagieren. Der eine Flug lief völlig problemlos, und beim nächsten Flug kommt die Panikattacke.

Die Ausprägung von Flugangst und ihre Intensität sind höchst unterschiedlich und individuell verschieden. Eine Besonderheit kommt bei der Aviophobie noch hinzu. Darunter Leidende erleben einen engen Zusammenhang mit sozialen Phobien. Sie befürchten nämlich, vor anderen die Kontrolle über sich selbst verlieren zu können und sich dadurch dann mit seiner Flugangst erkennen zu geben, etwa wenn sie sich während eines Fluges übergeben müssten.

Flugangst kann auch erworben werden. Man nimmt dafür einen mehrstufigen Prozess an. Der Betroffene erlernt quasi die Angst vor einer zuvor als neutral empfundenen Situation, das Fliegen nämlich.

Phobie, Angststörung

Beispiel:

Jemand, der vorher nie Angst vor dem Fliegen hatte, erlebt plötzlich einen äußerst unruhigen Flug und bekommt Angst vor einem Absturz. Plötzlich ist Fliegen dann mit Angst besetzt, was er zuvor noch als sehr angenehm empfunden hat. Das Ereignis „Turbulenz“ hat bei ihm plötzlich Flugangst ausgelöst, und er wird künftig das Fliegen mit Angst belegen. Erst wenn er sich wiederholt dieser Situation des Fliegens aussetzen würde und dabei erkennen könnte, dass die Angst unbegründet war, könnte er den bedrohlichen Charakter des Fluges wieder ablegen und die Flugangst überwinden.

Nun passiert aber folgendes: Weil die Person nun einmal dieses Negativerlebnis hatte, hält sie sich selbst davon ab, noch mal ein Flugzeug zu besteigen. Sie vermeidet die Situation und belohnt sich quasi damit, dass die Angst ausbleibt – schizophren, nicht wahr? So manifestiert sich aber Flugangst, und man setzt sich erst gar nicht mehr der vermeintlichen Gefahr aus.

Man kann so auch Angst vor einem Objekt oder einer anderen Situation erwerben, mit der man bisher noch gar nicht konfrontiert war und noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat. Wir kennen solche typischen Situationen beispielsweise vom Mutter-Kind-Verhalten, wo sich Ängste der Mutter automatisch aufs Kind übertragen. Die Mutter hat Angst vor einem Hund und weicht jedem Tier aus, macht einen großen Bogen um Hunde oder zeigt Angst schon meterweise vor einer möglichen Begegnung.

„Würden Sie Ihren Hund bitte anschnallen. Ich bin schon mal gebissen worden“, sind so typische Sätze. Das Kind bekommt das mit und wird sich fortan ebenfalls vor Hunden fürchten. Das Kind begegnet also dem Hund mit dem Gedanken: Das ist etwas, vor dem man Angst haben muss, und entwickelt daraus eine Phobie. Genauso kann sich Flugangst von Eltern auf Kinder übertragen. Kinder sehen, wie die Mutter oder Vater ein Flugzeug unter Angst betritt. Folglich entwickelt das Kind ebenfalls Angstsymptome.

Wir haben schon erfahren, dass Labilität oder Stabilität unseres autonomen Nervensystems beim Entstehen von Phobien und damit auch Flugangst eine Rolle spielen. Das autonome Nervensystem ist der Regulator und Kontrolleur der inneren Organe wie Herz, Atmung oder Blutdruck. Wenn man zu Angststörungen neigt, verfügt man leider über ein labiles autonomes Nervensystem. Es wird dann durch verschiedene Reize leicht gestört und bildet so Angstsymptome besonders schnell aus. Die Labilität scheint angeboren, und genetische Faktoren sind an dem Entstehen von Angst- und Panikstörungen beteiligt, wie die Forschung herausgefunden hat.

Psychoanalyse der Flugangst

Man kann auch psychoanalytisch an Flugangst herangehen.

Wahrscheinlich hat der von Flugangst Betroffene in seiner Entwicklung nie richtig gelernt, mit Ängsten oder ganz normaler Angst umzugehen. Angst auslösende Gedanken hat er immer verdrängt. Im Gegenteil: Mit Angst belegte Gedanken ersetzt er durch harmlose Inhalte und schiebt sie vor sich her.

Er hat dann nicht eigentlich Angst vor dem wirklichen Objekt, auf das er krankhaft ängstlich reagiert, sondern er fürchtet sich schon vor der unbewussten Fantasie, die er mit diesem Objekt in Verbindung bringt.

Wenn er also „nur“ schon an Flug denkt, wird ihm quasi schlecht oder reagiert er mit Panikattacken. Konfliktsituationen überfordern ihn vollends.

Alte kindliche Ängste können dabei wieder hochkommen.

Was sind die Symptome von Flugangst?

Flugangst, Phobie

Vielleicht haben Sie beim Betreten eines Flugzeugs ständig feuchte Hände, ordnen das aber nicht schon unter Flugangst ein. Oder Sie haben immer ein mulmiges Gefühl beim Start, wenn der Flieger gerade abhebt. Das alles sind schon erste Anzeichen von Flugangst. Im Folgenden wird nun die gesamte Palette möglicher Symptome von Flugangst aufgezeigt. Es ist der erste Schritt, sich mit Ihrer spezifischen Angst gegen das Fliegen und gegen Flugzeuge vertraut zu machen.

Sie müssen nämlich genau wissen, was wann auftreten kann, um Ihre eigene Flugangst wirksam bekämpfen zu können. Erst wenn Sie bei sich klar wahrnehmen, was Ihnen beim Fliegen passiert, können Sie konsequent ansetzen. Nehmen Sie also bei sich selbst wahr, wie weit Flugangst Sie bereits eingenommen hat. Erkennen Sie Ihre persönlichen Symptome. Die nun folgende Liste ist bei weitem nicht vollständig, sondern zeigt nur typische Reaktionen auf. Ergänzen Sie sie bitte um Ihre persönlichen Symptome.

  • Innere Unruhe
  • Schwitzen, Schweißausbrüche
  • schnelle Atmung
  • feuchte Hände
  • Zittern
  • Lähmung
  • sich eingeengt fühlen
  • Beklemmung in der Brust
  • sich losgelöst fühlen
  • allgemeine Verkrampfung
  • Kälteschauer
  • Gänsehaut
  • Unwohlsein
  • Durchfall
  • Bewegungsdrang
  • Muskelkrämpfe
  • Harndrang
  • Übelkeit
  • Benommenheit
  • glühendes Gesicht
  • Angst zu sterben
  • unfähig sein, zu entspannen
  • allgemeines Engegefühl
  • Schwindel
  • sich isoliert fühlen
  • Schrecken
  • Kopfschmerzen – Panik
  • Appetitlosigkeit
  • Würgen, Erbrechen
  • Taubheit, Kribbeln
  • weiche Knie
  • Aggressivität
  • Erstickungsgefühl
  • Sich Alleingelassen fühlen
  • Hilflosigkeit
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Nervosität
  • Glühender, roter Kopf
  • Verrückt, wahnsinnig werden
  • Schwächegefühl
  • Erstickungsgefühl
  • Beklemmung

Nun haben Sie Ihrer Flugangst zumindest ein Gesicht gegeben. Sie wissen, mit wem Sie es nun zu tun haben. Dabei ist diese Auflistung nicht vollständig. Sie haben jetzt den ersten wichtigen Schritt getan, sich mit Ihrer Angst vertraut zu machen.

Klären Sie nun für sich selbst, wann Ihre Reaktionen und in welcher Intensität auftreten. Denn nicht jeder Mensch reagiert gleich, sondern individuell verschieden auf äußere Impulse. Auch die Geschmäcker der Menschen sind verschieden.

Machen Sie sich nun ein persönliches Bild von der Intensität der einzelnen bei Ihnen auftretenden Symptome. Gehen Sie dazu die hier aufgelisteten Symptome durch und ergänzen Sie sie vielleicht um weitere, wie Sie bei ihnen persönlich noch auftreten. Unterteilen Sie sie nun in fünf Intensitätsstufen: 1 bis 20 Prozent, 21 bis 40, 41 bis 60. 61 bis 80 und 81 bis 100 Prozent.

Jetzt legen Sie die Intensität Ihrer Flugangst-Symptome fest und tragen Sie sie der Reihenfolge nach in eine Liste ein: von ganz intensiv bis schwach intensiv. Haben Sie ein Symptom mit gleicher Intensität. Dann legen Sie die Reihenfolge nach Ihrer persönlichen Bedeutung fest. Am Ende haben Sie also eine Liste, aus der Sie klar erkennen können, welche Symptome Ihnen bei der Flugangst am meisten zu schaffen machen, wie heftig Ihre Reaktionen darauf sind. Am besten finden Sie jetzt noch heraus, wann Ihnen die Reaktionen, in welchen Situationen, am meisten zu schaffen machen.

Wann kommen welche Reaktionen zum Tragen? Beleuchten Sie die Situationen genau, denn nur so können Sie ihnen auch den Schrecken nehmen und Ihre Flugangst zu überwinden beginnen.

Wir zeichnen unsere Stresskurve

Um Flugangst gezielt bekämpfen zu können, müssen Sie herausfinden, wann welche Reaktionen bei Ihnen passieren. Nicht jeder hat nur beim Fliegen Angst. Für manchen ist schon der Weg hin zum Flughafen Stress – oder gar der Gang zum Reisebüro Monate vor dem Abflug.

Sie brauchen also jetzt ein klareres Bild. Sie haben Ihre persönlichen Symptome herausgefiltert. Wann genau treten diese nun auf? So können Sie zum Beispiel klar ausmachen, dass Ihnen übel wird, wenn das Flugzeug in Turbulenzen gerät. Oder aber bei ihnen prägen sich bereits Symptome aus, wenn Sie nur an den nächsten Flug schon denken. Deshalb sollte jeder mit Flugangst einen genauen Zeitplan schreiben und die Intensität seiner persönlichen Symptome festhalten, etwa folgendermaßen:

  1. Wenn Sie mit dem Reiseplan beginnen, unter Umständen schon Monate vorher: Haben Sie bereits Stresssymptome auf den bevorstehenden Flug? Wenn ja, welche und wie intensiv sind sie?
  2. rund einen Monat vor dem Abflug
  3. in der Nacht vor dem Abflug
  4. am Check-in-Schalter
  5. am Abflugschalter
  6. beim Betreten des Fliegers
  7. wenn die Türen des Flugzeugs geschlossen werden
  8. wenn die Triebwerke starten
  9. wenn das Flugzeug sich zur Startbahn bewegt
  10. beim Start selbst
  11. wenn das Flugzeug in den Steigflug geht
  12. während des ganz normalen Fluges
  13. während des Landesanfluges
  14. wenn die Maschine aufsetzt und bremst
Angststörung, steigerung

Nun kommt es auf Besonderheiten an, die während eines Fluges passieren können oder davor und danach und damit Ihr Verhalten bei Flugangst bestimmen können:

  • unbekannte Geräusche, die plötzlich auftreten, etwa das Einfahren des Fahrwerks oder das Ausfahren
  • schlechtes Wetter wie Wind, Gewitter, Blitze, Donner, Regen, Hagel, Schnee oder Nebel
  • Flugverspätungen und langes Warten im Flieger, bevor die Startfreigabe erfolgt oder vorher schon
  • Turbulenzen, die sich im Durchschütteln einer Maschine bemerkbar machen
  • Flugausfall
  • Umbuchungen.

Ferner können weitere Faktoren Ihr Flugangstverhalten bestimmen wie:

  • Angst vor einem Flugzeugunfall, Zusammenstoß etwa, wenn man weit entfernt ein anderes Flugzeug sieht
  • Angst vor der Höhe, wenn man über schneebedeckte Gebirge fliegt
  • Angst vor einem Terroranschlag, wenn man plötzlich ein merkwürdiges Verhalten bei Mitreisenden feststellt
  • Angst, den Piloten nun auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, wenn die Flugzeit zum Beispiel mit elf Stunden angegeben wird und man ständig auf die Uhr schaut
  • Klaustrophobie (Raumangst), wenn man angeschnallt im engen Sitz liegt und vielleicht ein etwas korpulenterer Herr nebenan ständig rüber drängt
  • Angst, keine ärztliche Hilfe mehr zu bekommen, wenn man zum Beispiel plötzlich nach Luft ringt
  • Angst davor, dass Mitpassagiere plötzlich bemerken könnten, dass man Flugangst hat, etwa wenn man nervös wird, zittert oder sich übergibt
  • Angst vor technischen Problemen oder menschlichem Versagen, wenn unbekannte Geräusche auftauchen oder man das Gefühl hat, die Triebwerke schalten ab
  • Traumatische Erlebnisse im Zusammenhang mit Flugzeugen, etwa persönlich Zeuge eines Flugunfalls gewesen zu sein
  • prägende Erfahrungen aus der Kindheit, wenn die Mutter etwa immer Angst beim Betreten des Flugzeugs hatte.

Oft reichen aber auch schon folgende Situationen aus, um Angstsymptome hervorzurufen:

  • zu hören, wie die Triebwerke aufheulen und beschleunigen oder der Schub einen in den Sitz presst
  • sich nur ein Flugzeug anzuschauen, seine Geräusche zu hören
  • während eines Fluges aus dem Fenster zu schauen und die dichte Wolkendecke zu sehen, Flüsse, Gebirge
  • über eine Flugreise erzählt zu bekommen
  • jemanden vom Flughafen abholen oder ihn zum Airport bringen
  • sich im Flugzeug anzuschnallen, festgezurrt im Sitz zu verharren
  • das Personal im Flieger zu beobachten, ihr hektisches Handeln fehl deuten, missverstehen
  • Cockpitansagen zu hören, vor allem dann, wenn man sich bei Turbulenzen anschnallen soll.

Nun zeichnen Sie Ihre ganz persönliche Stresskurve

Nun zeichnen Sie Ihre ganz persönliche Stresskurve auf ein Blatt Papier. Ja richtig gelesen. Jetzt sind Sie dran. Nur Lesen hilft ihnen leider nicht weiter.

Sie legen das DIN A 4-Blatt quer. Die untere Leiste ist Ihre Situationslinie, also von der Reisevorbereitung Monate vorher bis zum Aussteigen aus dem Flieger – von links nach rechts. Das ist die X-Achse, chronologisch verdichtend. Am linken Rand, der Y-Achse, zeichnen Sie nun die Intensitätslinie von unten mit null Prozent bis oben mit 100 Prozent. Nun nehmen Sie Ihre Liste, in die Sie ja ihre Stressmomente mit Prozentzahlen versehen haben. Sie setzen nun die einzelnen Punkte auf das Blatt, etwa bei Turbulenzen den Punkt bei 80 Prozent und während des Fluges bei 30 Prozent.

Am Ende verbinden Sie die Punkte zu einer Kurvenlinie und werden Sie möglicherweise eine stetig steigende Kurve haben, die hin und wieder abflacht oder ausschlägt und gegen Ende des Fluges wahrscheinlich wieder gegen Null läuft.

Sie verschaffen sich damit einen Überblick über Intensität und zeitliches Auftreten Ihrer persönlichen Symptome. So sehen Sie ganz genau, wann Ihnen was am meisten zu schaffen macht. Das ist deswegen wichtig, weil Sie nämlich dann künftig ganz genau ansetzen können: Wo schreite ich ein und ergreife ich Gegenmaßnahmen gegen meine heftigen Symptome?

Da Sie nun wissen, wann in welcher Stärke was auftritt, können Sie sogar aus der Kurve Gegenmaßnahmen ableiten. Beispiel: Wenn Turbulenzen beginnen, starten Sie eine Entspannungsübung (siehe weiter hinten unter Entspannungsübungen).

Denn so nehmen Sie gezielt Einfluss auf Ihre körperlichen Reaktionen. Sie finden nämlich jetzt alle die Momente heraus, die für praktische Umsetzungstipps Ihrer Bewältigungsstrategie gut geeignet sind. Sie sehen nämlich, wo die Kurve weniger heftig ausschlägt und wo sie stärker reagiert. Jetzt können Sie ansetzen und Ihre Flugangst bekämpfen. So stellen Sie sich nämlich Ihrer Flugangst, und das ist der erste Schritt zu deren erfolgreicher Bekämpfung.

Aviophobie

Keine Angst mehr. Sichern Sie sich jetzt dieses Ebook zum Vorzugspreis. Sie bekommen viele Übungen und Praktische Hilfe leicht und verständlich zusammengefasst unter anderem geht es um die Themen:

Wie Sie Flugangst konkret bekämpfen 

Was ist Desensibilisierung? 

Was ist die Konfrontationsmethode? 

Waren Sie schon im Flugsimulator? 

Wie entspanne ich richtig vor dem Flug? 

Positive Muskelentspannung nach Jacobson 

PMR-Übung zur Selbst-Anwendung 

Entspannen Sie beim Atmen 

Übung zum bewussten Atmen 2

Autogenes Training – wie geht das? 

So üben Sie autogenes Training richtig 

Wie funktionieren Flugangstseminare? 

Greifen Sie doch zur Selbsthilfe! 

Medikamente und Alkohol und fliegen? 

Hypnose gegen Flugangst? 

Akupunktur kann helfen 

Psychotherapie als letzter Ausweg? 

Auch Sie können es schaffen!  Greifen sie jetzt zu.

Auch Sie können es schaffen!

Phobie,Flugangst

Flugangst ist ein ernstes Problem und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie ist auch nur schwer zu überwinden. Und davon sind sehr viele Menschen betroffen, etwa ein Drittel aller Flugreisenden. Das Flugzeug hat trotz aller technischer Perfektion immer noch etwas Waghalsiges. Obwohl es das sicherste Verkehrsmittel ist, erschrecken uns einzelne spektakuläre Unfälle immer wieder nachhaltig.

Viele Reisende verheimlichen ihre Ängste und trauen sich nicht, darüber zu reden. Lieber fressen Sie ihre Ängste in sich hinein, anstatt offen damit umzugehen. Lieber sitzen sie bibbernd im Flugzeugsitz, haben feuchte Hände, Schweißperlen auf der Stirn, als sich wirklich helfen zu lassen.

Und es gibt genügend professionelle Hilfe. Gehen Sie ganz offen mit Ihrer Aviophobie um, und Sie werden sehen: Den nächsten Flug meistern Sie besser. Dieses eBook zeigt Ihnen eine Fülle von Hilfen auf, mit denen Sie erfolgreich Ihre Ängste angehen können. Wahrscheinlich wissen Sie von den vielen Hilfsangeboten noch nichts. Doch jetzt können Sie sich selbst helfen. Probieren Sie es aus, und wenn Sie eine Freundin, einen Nachbarn oder einen Bekannten haben, dem es ähnlich geht, helfen Sie ihm mit den Erfahrungen aus diesem eBook. Er wird ihnen dankbar sein.

Guten Flug!